Beatrice Ledermann

Hier finden Sie alle Infos, zu unserer Recherche über Beatrice Ledermann.

Beatrice Ledermann wurde am 21.8.1866 in Groß Warthenberg geboren. Ihr Vater, Siegfried Ledermann, war ein Kaufmann und verstarb in Groß Warthenberg. Emilie Ledermann, ihre Mutter, verstarb in Grimma/Sachsen. Unbekannt ist, wann und unter welchen Umständen die Übersiedlung nach Lübbenau erfolgte.
Beatrice Ledermann war nicht verheiratet, hatte keine Kinder und wohnte mit ihrer Schwester, Anna Ledermann, zusammen. Sie kaufte wahrscheinlich am 15. April 1921 ein Haus in Lübbenau in der Hauptstraße 33. Dort war sie auch anwesend, als 1937 ihre Schwester Anna starb. Hier verpachtete sie kleine Parzellen ihres Grundstückes als Gartenland an mehrere Lübbenauer. Manchmal wanderten auch einige Äpfel über ihren Gartenzaun für den kleinen Nachbarsjungen Ernst Kohl.
In den 1920er-Jahren betrieb sie in Lübbenau in der Hauptstraße 10 das Konfektionsgeschäft „Geschwister Friedensohn“, dessen Inhaberin sie …wurde. Dort verkaufte sie Kleiderstoffe, Blusen, Kostüme, Röcke, Gürtel und ähnliches und war als freundliche Geschäftsführerin bekannt. Im Geschäft wurden auch manchmal Waren verkauft, die aus anderen Betriebsauflösungen stammten. So… Ein Adressverzeichnis von 1924 weist ihr Konfektionsgeschäft in der Hauptstraße 33 aus, sie dürfte es nach dem Erwerb des Grundstücks dorthin verlegt haben, wo es aber nicht mehr lange existierte.
Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, gehörte auch Beatrice Ledermann zu den Verfolgten des Regimes. Als jüdische Bürgerin sollte sie aus der Gesellschaft ausgestoßen werden. 1939 wurde für Juden in Deutschland eine Kennkartenpflicht eingeführt. Am 16.Januar 1939 erhielt sie im Lübbenauer Rathaus eine Kennkarte mit zughöriger Doppelkarte, mit der sich Beatrice Ledermann fortan ausweisen musste. Die Karte enthielt deutlich lesbar ein großes rotes „J“. Außerdem musste sie den Zweitnamen Sara annehmen.  Sie musste wie alle anderen Juden äußerlich erkennbar den Judenstern tragen. Aus Scham verdeckte sie diesen jedoch immer mit ihren Taschen, wenn sie auf die Straße ging. Für die ehemals erfolgreiche Geschäftsfrau muss es eine große Demütigung gewesen sein.
Sie stand mit dem jüdischen Tierarzt Max Plessner in Kontakt, welcher neben ihr wohnte. Dieser hatte bereits am 22. August 1942 Suizid begangen. Im November erhielt auch Beatrice Ledermann, mittlerweile 72 Jahre alt, die Aufforderung der Behörden, sich für einen Transport bereit zu halten. Kurz vor ihrer Deportation beging sie mithilfe einer Giftspritze Selbstmord, die sie zuvor von Max Plessner erhalten hatte. Am 27.November 1942 wurde sie tot in ihrem Haus aufgefunden. Ihre Sterbeurkunde weist als Todesursache „Selbstmord durch Vergiftung“ auf.

 

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