An unsere Nachfolger…

Und wieder neigen sich zwei Jahre voller harter Arbeit dem Ende zu. Von dem vorherigen Team haben wir die Aufgabe bekommen, Recherchen zu Carlota del Monta und Ernestina Gallardo anzustellen. Hierbei fokussierten wir uns merklich auf das Schicksal von Frau Gallardo. Wir recherchierten in den Akten und gelangten zu Informationen über ihren familiären Umkreis, ihre berufliche Laufbahn und auch ihren verzweifelten Kampf um die Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus und konnten einen umfangreichen Lebenslauf von ihr erstellen. Auch versuchten wir, das Schicksal von Ernestina Gallardo publik zu machen und engagierten uns an Projekten wie „Denk mal am Ort“ in Berlin, um die Aufmerksamkeit der Bürger in Richtung des NS-Aufarbeitungsprozesses zu lenken.

Doch trotz aller Erfolge müssen auch wir den Namen Carlota del Monta an die nächste Projektgruppe übertragen. Die Aufstellung der Gedenktafeln auf dem alten Friedhof war uns ebenfalls nicht möglich. Allerdings gibt es neben diesen beiden Angelegenheiten noch weitere Aufgaben. Es gibt immer noch genug Akten, die durchforstet werden müssen, um eventuelle Kenntnisse zu aktuellen oder sogar neuen, unbekannten Personen zu erlangen. Auch die Stolpersteine in Lübbenau sollten ab und zu gepflegt werden.

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch in Zukunft das Projekt „Stolpersteine für Lübbenau“ weitergeführt werden kann, die Arbeit gegen das Vergessen ist zu wichtig, um sie einfach aufzugeben.

Für die Projektgruppe

Marven Wuttke

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Das Jahr 2018 ist beendet – unsere Arbeit noch nicht!

Die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“ war im Dezember 2018 viel unterwegs. Jedoch fing der Monat mit der mühevollen, aber interessanten Aktenarbeit für unseren Wikipedia-Artikel für Ernestina Gallardo an. Wir unterteilten unser Team in mehrere Gruppen und jede Gruppe sollte sich über ein ganz bestimmtes Thema informieren. Am Ende dieser mühsamen Arbeit brachten wir unsere herausgeschriebenen Fakten noch in Textform und stellten sie daraufhin unseren anderen Teammitgliedern vor. Wie schon erwähnt, erlebte der Geschichtsgrundkurs aber auch viel außerhalb der Schule. So trafen wir uns am Donnerstag, den 13. Dezember, früh am Bahnhof in Lübbenau und machten uns auf den Weg nach Potsdam zur Lindenstraße. Mitten im Stadtzentrum von Potsdam wartete die Historikerin Laura Throckmorton auf uns, um uns durch die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße zu führen. In dem ehemaligen Gefängnis wurden uns Gewalttaten der unterschiedlichen Diktaturen des 20. Jahrhunderts und der Umgang mit politischen Verfolgten nähergebracht.
Anlässlich des Sterbetags von Beatrice Ledermann am 27. November 1942 besuchten wir den Verlegungsort der Stolpersteine. Die Exkursion diente, wie schon im Jahr zuvor, als Erinnerungszeichen für die Lübbenauer Geschäftsfrau und den Lübbenauer Tierarzt Max Plessner, damit ihre Schicksale nicht in Vergessenheit geraten. In der Lübbenauer Altstadt angekommen, reinigten wir zunächst die Gedenksteine beider jüdischer Opfer des Nationalsozialismus. Zum Gedenken an Max Plessner und Beatrice Ledermann legten wir an jedem Stolperstein jeweils eine weiße Rose nieder.
Daraufhin besuchten wir die Ausstellung „100 Jahre Ende Erster Weltkrieg – Lübbenau, Cüstrin, Verdun“ im Lübbenauer Rathaus. Auch hier wurden wir durch die Ausstellung geführt. Herr Michael Hensel vom Projektbüro Lübbenau-Brücke war zuständig für die Organisation der Ausstellung. Für uns war es interessant, ob es einen historischen Zusammenhang zu Max Plessner gäbe. Herr Hensel erzählte davon, wie mühevoll es sei, alte Akten und Briefe zu lesen und den Inhalt übersichtlich in einer Ausstellung wiederzugeben. Das erinnerte uns stark an unsere eigene Recherchearbeit und wieder einmal konnten wir stolz sein, was wir Woche für Woche in den Akten zu Ernestina Gallardo auch ohne Übersetzungsbüro herausfanden. Letztlich stellte sich heraus, dass auch Max Plessner als Teilnehmer im Ersten Weltkrieg auftauchte, der seinen Dienst als Oberveterinär im Ersatz-Feldartillerie-Regiment in Zossen verrichtete.

Auch im Projektunterricht unseres letzten Kurshalbjahres arbeiten wir für die erfolgreiche Umsetzung unserer Zielstellung. So kann man auf unserer Webseite den Lebenslauf Ernestina Gallardos mittlerweile auch in englischer Sprache nachlesen. Wichtige Teile ihrer Biografie wollen wir in den kommenden Wochen in einem Wikipedia-Artikel veröffentlichen. Für die diesjährige Berliner Gedenkveranstaltung „DENKMALAMORT“ am 04. Mai 2019 hat unsere Projektgruppe von den Organisatoren erneut eine Einladung erhalten, um als Akteure dabei zu sein.

Für die Projektgruppe

Patrick Güttler, Marvin Reschke

 

Lernstatt Demokratie Hamburg – „Gesagt. Getan.“

Unser Projekt „Stolpersteine für Lübbenau“ wurde durch die Stiftung „Demokratisch Handeln“ gemeinsam mit 64 anderen aus über 250 Einsendungen aus der Ausschreibung „Gesagt. Getan. 2017“ ausgewählt, an der diesjährigen Lernstatt Demokratie teilzunehmen.

In Hamburg erwartete uns vom 11.06. bis zum 15.06.2018 ein vielseitiges und erlebnisreiches Programm. Durch den Austausch mit den anderen Arbeitsgemeinschaften und den Besuch unserer Ausstellung durch Hamburger Schülerinnen und Schülern wurden unsere Projekte öffentlich bekannt gemacht. Damit war es uns möglich, gemeinsam Impulse zur Weiterführung der demokratischen Schulentwicklung zu erarbeiten.

So wurden wir am Dienstag, nach unserer Anreise und einem kleinen Programm im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, von der Siemensstiftung zu einer Hafenrundfahrt eingeladen, bei der wir wichtige Kontakte knüpfen und uns in geselliger Runde weiter über die Projekte austauschen konnten.

Am Mittwoch konnten wir neben unserer Arbeit in individuellen Workshops, welche Themen für jeden Interessenbereich bereithielten, auch der Preisverleihung des „Hildegard Hamm-Brücher-Preis für Demokratie lernen und erfahren“ im Körber-Forum beiwohnen. Dabei wurden der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und zwei besondere Schülerprojekte durch beeindruckende Reden von Steffen Reiche und Verena Hamm, der Tochter von Hildegard Hamm-Brücher, geehrt und ausgezeichnet.

Am Donnerstagabend sorgten die Inklusionsband „Station 17“  und der Kabarettist Thomas Philipzen für eine fantastische Stimmung. Zuvor arbeiteten wir weiter in den Workshops und erstellten im Rahmen „Demokratie entert Schule!“ – ein Schülermanifest, welches Forderungen für die demokratische Schulentwicklung stellt.

Am Freitag präsentierten wir diese mitten im Berufsverkehr am Jungfernstieg der Bevölkerung durch eine Demonstration der anderen Art, um mehr Aufmerksamkeit für das Projekt zu erhalten.

Der anschließende krönende Abschluss unserer Reise war die feierliche Preisverleihung im Hamburger Rathaus. Mit musikalischer Untermalung wurde jedes einzelne Projekt im Kaisersaal gewürdigt und somit ist unsere Schule nun ein ausgezeichnetes Projekt von „Demokratisch Handeln“.

Wenn ihr mehr über die Lernstatt Demokratie in Hamburg erfahren wollt, geht es hier zum Blog und zu vielen Fotos der Jungen Presse Hamburg, die die Veranstaltung fotografisch dokumentiert hat.

https://demokratie-entert-schule.de/

https://bit.ly/2G9ytXK

Insgesamt war die Teilnahme an der Lernstatt sehr aufschlussreich und ich hoffe, dass auch weitere Projekte unserer Schule die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen.

TH

Preisverdächtig 2

Der Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ 2017/18 unter dem Motto „Gesagt! Getan!“ führte die Projektgruppe Stolpersteine am 8. Mai 2018 erneut nach Berlin. Präsentiert wurden in der 5. Regionalen Lernstatt im FEZ Projekte und Initiativen von Schülerinnen und Schülern aus ganz Berlin und Brandenburg, welche den Begriff der Demokratie in den Mittelpunkt rückten und sich am Wettbewerb beteiligt hatten. Die Varietät der Arbeiten war dabei sehr groß. Sie reichte von Projekten mit geschichtlichem Hintergrund über Initiativen zur Unterstützung von Obdachlosen bis zum gemeinschaftlichen, länderübergreifenden Backen und Kochen. Bevor jedoch alle Beiträge betrachtet und hinterfragt werden konnten, stellte jede der zwölf Gruppen in kleinen Workshops ihr Projekt selbst vor. Danach entstand eine Diskussionsrunde zwischen sowohl Schülern als auch Lehrern und es wurde schließlich sogar ein kleines prägnantes Gedicht, ein kurzes Theaterstück oder auch nur ein Spruch entwickelt, in welchem die Gruppe zusammenfasste, was Demokratie für sie bedeutet. Diese Darbietung läutete den Beginn des großen Austausches ein, in welchem sich alle Gruppen Einblicke in die Arbeit der anderen Schüler verschafften. Ihren Abschluss fand die Lernstatt mit der Übergabe der Urkunden an die Teilnehmer. Einige werden wir in Hamburg wiedersehen, denn wir gehören zu den Preisträgern und dürfen unser Projekt bei der bundesweiten Lernstatt Demokratie vom 12.-15. Juni 2018 in der Hansestadt präsentieren.
Für uns als Projektgruppe war dies ein erkenntnisreicher Tag und auch eine wichtige Möglichkeit, um unsere Forschungen in die Öffentlichkeit zu tragen und damit auch mehr Interesse an dem Thema zu wecken

Für die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“
Marven Wuttke

Lübbenauer Schüler bringen Vergangenheit nach Berlin zurück

Am Samstag, den 5. Mai 2018, war die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“ einer der vielen Akteure im Rahmen der jährlich stattfindenden Gedenkveranstaltung „DENK MAL AM ORT“ in Berlin. In der Galerie „Fantom“ in der Hektorstraße 9-10 in Berlin-Charlottenburg stellten die Schüler des Geschichtsgrundkurses der 11. Klasse einem interessierten Publikum ihre Nachforschungen über die Berlinerin Ernestina Gallardo vor. Wir lasen aus den Entschädigungsakten und offenbarten dem Publikum Einblicke in das Leben der Künstlerin und Sängerin, welche zu Zeiten des NS-Regimes Widerständler und jüdische Verfolgte versteckte und versorgte und dadurch ihr eigenes Leben unzählige Male riskierte. Auch nach Lübbenau hatte Ernestina Gallardo über ihre Tante Beatrice Ledermann Kontakte, dies war auch der Grund für die Entdeckung ihrer jüdischen Herkunft. Sie litt noch Jahrzehnte nach dem Krieg an den gesundheitlichen Folgen ihrer entbehrungsreichen und lebensgefährlichen Hilfstätigkeit und stürzte sich 1982 aus dem Fenster ihrer Wohnung in der Markgraf-Albrecht-Straße 8 in Berlin in den Tod. Durch unsere Lesung, unser Wissen um die historischen Zusammenhänge sowie den Ideenreichtum des Publikums, welcher in der nachfolgenden Diskussion offenbart wurde, gelangte die Stolpersteingruppe zu neuen Erkenntnissen, Recherchewegen und auch Betrachtungsweisen, die wiederum zu eigenen neuen Ideen führten.
Wir ließen es uns auch nicht nehmen, Ernestina Gallardos an ihrer ehemaligen Wohnung zu gedenken.
Überrascht hat uns alle die hohe Besucherzahl in der kleinen Galerie, sogar eine ehemalige Nachbarin von Ernestina Gallardo hatte sich die Zeit genommen, um die Lesung zu hören. Aber es besuchten auch Leute die Veranstaltung, die sich noch nie mit dieser Person auseinandergesetzt hatten und Einblick in ihr Schicksal erhielten. Wir denken, dass dies der beste Beweis dafür ist, dass sich viele Deutsche noch immer mit der Vergangenheit ihres Landes aktiv auseinandersetzen möchten. Für uns war es ein besonderes Erlebnis zu erfahren, dass wir dabei mithelfen können.

Für die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“
Marven Wuttke

Preisverdächtig

Wie ihr wisst, engagiert sich der Geschichtsgrundkurs der 11. Klasse auch weit über den Unterricht hinaus mit dem Projekt „Stolpersteine für Lübbenau“, in dem seit 2012 jüdische Schicksale erforscht werden. Bisheriger Höhepunkt des Engagements in diesem Schuljahr war die Gestaltung der zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt Lübbenau/Spreewald anlässlich des Holocaustgedenktages am 25. Januar 2018, bei der wir in Form einer Lesung in der Aula unseres Gymnasiums aus Akten der Entschädigungsbehörde des LABO Berlin das Schicksal der Berliner Sängerin und Schauspielerin Ernestina Gallardo rekonstruierten.
Ernestina Gallardo hat eine hochinteressante Lebensgeschichte, zu der auch gehört, dass sie in ihrer Wohnung in der Markgraf-Albrecht-Straße 8 in Berlin zwischen 1940 und 1945 Juden vor den Nationalsozialisten versteckte.
Interessanterweise haben wir Verbindungen zwischen Lübbenau und Berlin entdeckt. Die beiden Tanten von Ernestina Gallardo, Anna und Beatrice Ledermann, lebten in Lübbenau. Hier in Lübbenau erinnert durch unsere fleißigen Vorarbeiter ein Stolperstein an das Schicksal von Beatrice Ledermann.
Jedes Jahr findet in Berlin Anfang Mai die Veranstaltungsreihe „DENK MAL AM ORT“ statt. Wie schon im letzten Jahr, werden wir auch diesmal am Samstag, 05. Mai 2018, in Berlin sein und ab 14 Uhr in der Galerie Fantom in der Hektorstraße 8-9 aus alten Akten die Lebensgeschichten Ernestina Gallardos rekonstruieren. Wir bereiten derzeit diese Lesung vor und jeder, der an diesem Tag in Berlin ist, ist dazu herzlich eingeladen.
Da das Projekt auch durch uns weitergeführt wird, haben wir uns am deutschlandweiten Wettbewerb „demokratisch handeln“ 2018 beteiligt. Einige Schüler unseres Kurses werden am 08. Mai 2018 im FEZ Berlin-Wuhlheide das Projekt im Rahmen einer Lernstatt aller eingereichten Wettbewerbsbeiträge aus Berlin und Brandenburg vorstellen, um unsere Schule angemessen zu vertreten.
Mittlerweile erreichte uns die Nachricht, dass unser Projekt zu den 50 bundesweit ausgewählten Preisträgern gehört. Mit je einem Projektteilnehmer der Schuljahre 2016/17 und 2017/18 sind wir vom 12.-15. Juni 2018 zur Lernstatt des Wettbewerbs „demokratisch handeln“ und der Preisverleihung in Hamburg eingeladen.
Von der Jury wurde unser Projekt außerdem für den Deutschen Engagementpreis 2018 nominiert.
Weitere Infos findet ihr unter:
http://www.denkmalamort.de
http://www.demokratisch-handeln.de
https://www.deutscher-engagementpreis.de/

Für die Projektgruppe
Florian Kortz
Eddy Griebner