Preisverdächtig 2

Der Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ 2017/18 unter dem Motto „Gesagt! Getan!“ führte die Projektgruppe Stolpersteine am 8. Mai 2018 erneut nach Berlin. Präsentiert wurden in der 5. Regionalen Lernstatt im FEZ Projekte und Initiativen von Schülerinnen und Schülern aus ganz Berlin und Brandenburg, welche den Begriff der Demokratie in den Mittelpunkt rückten und sich am Wettbewerb beteiligt hatten. Die Varietät der Arbeiten war dabei sehr groß. Sie reichte von Projekten mit geschichtlichem Hintergrund über Initiativen zur Unterstützung von Obdachlosen bis zum gemeinschaftlichen, länderübergreifenden Backen und Kochen. Bevor jedoch alle Beiträge betrachtet und hinterfragt werden konnten, stellte jede der zwölf Gruppen in kleinen Workshops ihr Projekt selbst vor. Danach entstand eine Diskussionsrunde zwischen sowohl Schülern als auch Lehrern und es wurde schließlich sogar ein kleines prägnantes Gedicht, ein kurzes Theaterstück oder auch nur ein Spruch entwickelt, in welchem die Gruppe zusammenfasste, was Demokratie für sie bedeutet. Diese Darbietung läutete den Beginn des großen Austausches ein, in welchem sich alle Gruppen Einblicke in die Arbeit der anderen Schüler verschafften. Ihren Abschluss fand die Lernstatt mit der Übergabe der Urkunden an die Teilnehmer. Einige werden wir in Hamburg wiedersehen, denn wir gehören zu den Preisträgern und dürfen unser Projekt bei der bundesweiten Lernstatt Demokratie vom 12.-15. Juni 2018 in der Hansestadt präsentieren.
Für uns als Projektgruppe war dies ein erkenntnisreicher Tag und auch eine wichtige Möglichkeit, um unsere Forschungen in die Öffentlichkeit zu tragen und damit auch mehr Interesse an dem Thema zu wecken

Für die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“
Marven Wuttke

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Lübbenauer Schüler bringen Vergangenheit nach Berlin zurück

Am Samstag, den 5. Mai 2018, war die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“ einer der vielen Akteure im Rahmen der jährlich stattfindenden Gedenkveranstaltung „DENK MAL AM ORT“ in Berlin. In der Galerie „Fantom“ in der Hektorstraße 9-10 in Berlin-Charlottenburg stellten die Schüler des Geschichtsgrundkurses der 11. Klasse einem interessierten Publikum ihre Nachforschungen über die Berlinerin Ernestina Gallardo vor. Wir lasen aus den Entschädigungsakten und offenbarten dem Publikum Einblicke in das Leben der Künstlerin und Sängerin, welche zu Zeiten des NS-Regimes Widerständler und jüdische Verfolgte versteckte und versorgte und dadurch ihr eigenes Leben unzählige Male riskierte. Auch nach Lübbenau hatte Ernestina Gallardo über ihre Tante Beatrice Ledermann Kontakte, dies war auch der Grund für die Entdeckung ihrer jüdischen Herkunft. Sie litt noch Jahrzehnte nach dem Krieg an den gesundheitlichen Folgen ihrer entbehrungsreichen und lebensgefährlichen Hilfstätigkeit und stürzte sich 1982 aus dem Fenster ihrer Wohnung in der Markgraf-Albrecht-Straße 8 in Berlin in den Tod. Durch unsere Lesung, unser Wissen um die historischen Zusammenhänge sowie den Ideenreichtum des Publikums, welcher in der nachfolgenden Diskussion offenbart wurde, gelangte die Stolpersteingruppe zu neuen Erkenntnissen, Recherchewegen und auch Betrachtungsweisen, die wiederum zu eigenen neuen Ideen führten.
Wir ließen es uns auch nicht nehmen, Ernestina Gallardos an ihrer ehemaligen Wohnung zu gedenken.
Überrascht hat uns alle die hohe Besucherzahl in der kleinen Galerie, sogar eine ehemalige Nachbarin von Ernestina Gallardo hatte sich die Zeit genommen, um die Lesung zu hören. Aber es besuchten auch Leute die Veranstaltung, die sich noch nie mit dieser Person auseinandergesetzt hatten und Einblick in ihr Schicksal erhielten. Wir denken, dass dies der beste Beweis dafür ist, dass sich viele Deutsche noch immer mit der Vergangenheit ihres Landes aktiv auseinandersetzen möchten. Für uns war es ein besonderes Erlebnis zu erfahren, dass wir dabei mithelfen können.

Für die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“
Marven Wuttke

Preisverdächtig

Wie ihr wisst, engagiert sich der Geschichtsgrundkurs der 11. Klasse auch weit über den Unterricht hinaus mit dem Projekt „Stolpersteine für Lübbenau“, in dem seit 2012 jüdische Schicksale erforscht werden. Bisheriger Höhepunkt des Engagements in diesem Schuljahr war die Gestaltung der zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt Lübbenau/Spreewald anlässlich des Holocaustgedenktages am 25. Januar 2018, bei der wir in Form einer Lesung in der Aula unseres Gymnasiums aus Akten der Entschädigungsbehörde des LABO Berlin das Schicksal der Berliner Sängerin und Schauspielerin Ernestina Gallardo rekonstruierten.
Ernestina Gallardo hat eine hochinteressante Lebensgeschichte, zu der auch gehört, dass sie in ihrer Wohnung in der Markgraf-Albrecht-Straße 8 in Berlin zwischen 1940 und 1945 Juden vor den Nationalsozialisten versteckte.
Interessanterweise haben wir Verbindungen zwischen Lübbenau und Berlin entdeckt. Die beiden Tanten von Ernestina Gallardo, Anna und Beatrice Ledermann, lebten in Lübbenau. Hier in Lübbenau erinnert durch unsere fleißigen Vorarbeiter ein Stolperstein an das Schicksal von Beatrice Ledermann.
Jedes Jahr findet in Berlin Anfang Mai die Veranstaltungsreihe „DENK MAL AM ORT“ statt. Wie schon im letzten Jahr, werden wir auch diesmal am Samstag, 05. Mai 2018, in Berlin sein und ab 14 Uhr in der Galerie Fantom in der Hektorstraße 8-9 aus alten Akten die Lebensgeschichten Ernestina Gallardos rekonstruieren. Wir bereiten derzeit diese Lesung vor und jeder, der an diesem Tag in Berlin ist, ist dazu herzlich eingeladen.
Da das Projekt auch durch uns weitergeführt wird, haben wir uns am deutschlandweiten Wettbewerb „demokratisch handeln“ 2018 beteiligt. Einige Schüler unseres Kurses werden am 08. Mai 2018 im FEZ Berlin-Wuhlheide das Projekt im Rahmen einer Lernstatt aller eingereichten Wettbewerbsbeiträge aus Berlin und Brandenburg vorstellen, um unsere Schule angemessen zu vertreten.
Mittlerweile erreichte uns die Nachricht, dass unser Projekt zu den 50 bundesweit ausgewählten Preisträgern gehört. Mit je einem Projektteilnehmer der Schuljahre 2016/17 und 2017/18 sind wir vom 12.-15. Juni 2018 zur Lernstatt des Wettbewerbs „demokratisch handeln“ und der Preisverleihung in Hamburg eingeladen.
Von der Jury wurde unser Projekt außerdem für den Deutschen Engagementpreis 2018 nominiert.
Weitere Infos findet ihr unter:
http://www.denkmalamort.de
http://www.demokratisch-handeln.de
https://www.deutscher-engagementpreis.de/

Für die Projektgruppe
Florian Kortz
Eddy Griebner